17.09.16 Anti-TTIP Demo Köln (Bericht)

Auch wir waren Gestern in Köln um den Antinationalistischen Protest gegen TTIP CETA und TiSA zu unterstützen. Ungefähr 45.000 Menschen waren zusammengekommen um gemeinsam gegen die Freihandelsabkommen zu demonstrieren. Zu Beginn hat Greenpeace einen schönen Bannerdrop („Stop TTIP und CETA“) samt daran abgeseilten Menschen, die das einfache entfernen durch die Polizei verhinderten, an der Rheinbrücke an der Deutzer Werft gemacht und es gab lange Redebeiträge von der Bühne. Danach wurde die Innenstadt einfach nur noch geflutet, von der Masse an Menschen.
Angeführt wurde der Demonstrationszug von ca. 15 Traktoren, was allein schon zu Beginn der Versammlung zu einer sofortigen Sperrung der Rheinbrücke auf einer Seite führte. Später wurden von diesen wohl auch heiße Kartoffeln mit Soße verteilt.

Auch wenn es als gut zu bewerten sein mag, dass die Basis der SPD sich auch an den Protesten beteiligt, waren ihre Fahnen, aufgrund der Aussagen „des Dicken“ (Siggi), verständlicherweise immer wieder Grund zur Aufregung unter den Demonstrierenden.

Es gab zwischen den Parteien und den ganzen bürgerlichen einen Antikapitalistischen/Antiimperialistischen-Block und einen Anarchistischen-Block, diese wurden beide permanent, ohne jeglichen Anlass dafür, von angespannten Einsatztruppen halb spaliermäßig begleitet. Dies führte auch zu einigen polizeikritischen Parolen die dauerhaft skandiert wurden.
Es gab jedoch keine direkten Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Bei der Abfahrt stand ein einzelner Nazi mit „Revenge Tribunal“ T-Shirt (Nürnberger Prozesse werden als „Rache Prozesse“ und nicht als legitime Prozesse angesehen unter den Nazis) mit gekreuzten Dolchen (Dolchstoßlegende) drauf, am Gleis der nach Düsseldorf abfahrenden Antifaschist*Innen. Es reichte jedoch, dass er merkte, dass sich 10 Menschen versammelten und in seine Richtung schauten, um ihn zu veranlassen diesen Zug doch lieber nicht zu nutzen und das Gleis zu verlassen.

Kapitalismus und Nationalismus raus aus den Köpfen! Hoch die Antinationale Solidarität.

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Rückblick Werl

Rückblick auf die Gegenproteste zum Landesparteitag der AfD in Werl am 10.09.16

Wir sind gestern erneut nach Werl gefahren um den dort stattfindenden Landesparteitag der AfD nicht ungestört geschehen zu lassen. Ungefähr 150 Personen, einige davon in weißen Maleranzügen, versammelten sich um ca. 9 Uhr am Startpunkt und blockierten anschließend die Kreuzung Schützenstraße/Grafenstraße, welche von den meisten AfDlern überquert werden musste um zur Stadthalle, ihrem Veranstaltungsort, zu gelangen. Die Polizei versuchte zwei kleine Korridore auf dem Bürgersteig frei zu halten, wovon einer nur eine Armeslänge breit war. Immer wieder wenn die Polizei AfDler durchleitete, wurde versucht, diesen mit selbstgestalteten Kartons oder den eigenen Körpern zu schließen. Dies führte permanent zu kleineren Auseinandersetzungen mit den leicht reizbaren Polizeieinheiten aus Münster. Der zweite Korridor war breiter, jedoch gelang es einer etwas später eintreffenden Gruppe diesen durch eine Sitzblockade auf dem Gehweg fast ganz zu verschließen. Nach einem Durchbruchsversuch wurde die Blockade durch einige Personen von der Kreuzung verstärkt. Die Genossen*innen wurden anschliessend von der Polizei ohne Personalienkontrolle gehen gelassen.

Nach ca. 2 Stunden wurde beschlossen den Blockadepunkt aufzulösen und mit der geplanten Demo durch die Innenstadt zu beginnen. Diese verlief ohne Zwischenfälle. Es liefen ca. 60 Personen in einem bürgerlichen Block vorneweg, sowie ca. 150 Personen in einem antifaschistischen Block dahinter.
An der Basilika hielt die Demo für eine Zwischenkundgebung. Es wurden viele gute Redebeiträge vorgetragen, z.B. das Gedicht „Besorgte Bürger“, geschrieben von einem Jugendlichen aus Berlin und vorgetragen durch seinen 12 Jährigen Bruder.
Ca. 20 Geflüchtete trugen „Hinter uns mein Land“ von Ususmango und Babak Ghassim vor. Anschließend zog die Demo durch den Rest der Innenstadt bis zum Hauptbahnhof, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Als diese beendet war ließ es sich die Polizei nicht nehmen noch einmal unnötigerweise Stress zu provozieren, indem sie sich jemanden bei der Abreise abgriff und ihm Beleidigung vorwarf. Nachdem sie auch ihn wieder gehen ließ, jedoch nicht ohne ED-Behandlung, machten sich alle auf den Rückweg. Bis zur Autobahnauffahrt wurde der Reisebus noch von 2 Polizeifahrzeugen begleitet, auf dass wir auch ja die Stadt verlassen.

Alles in allem war es ein guter Tag für den Gegenprotest in der Region.
Wir danken allen, die mit uns in Werl auf der Straße waren und sich dem Rassismus der AfD entgegengestellt haben .

Nationalismus ist und bleibt keine Alternative! Für eine solidarische Gesellschaft!